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Radio C Luxembourg Alternative Music and Classic Hits
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Simple Minds ist eine 1978 in Glasgow gegründete schottische Musikgruppe und eine der erfolgreichsten Bands der 1980er und 1990er Jahre. Ab Mitte der 1980er bis in die frühen 1990er Jahre platzierten sie fünf Langspielplatten und die Single Belfast Child auf Platz eins der Hitparade im Vereinigten Königreich, sowie die Single Don’t You (Forget About Me) auf Platz eins in den USA.
Die Band hat seit 1979 bei verschiedenen Musiklabels und in unterschiedlichen Besetzungen über 60 Millionen Tonträger verkauft.[1]
Die aktuelle Besetzung der Band bilden neben den beiden Gründungsmitgliedern, Jim Kerr (Gesang) und Charlie Burchill (Gitarre), die Sängerin Sarah Brown, der Bassist Ged Grimes, die Sängerin und Keyboarderin Berenice Scott, die Schlagzeugerin Cherisse Osei und der Gitarrist Gordy Goudie, der bereits Anfang der 2000er Jahre mit der Band zusammenarbeitete.[2]
Die Anfänge der Gruppe liegen 1975/1976 in der Coverband Biba-Rom!. Die Schulfreunde Jim Kerr, Charlie Burchill, Brian McGee und weitere Musiker spielten Songs von Patti Smith, Cockney Rebel, David Bowie und Lou Reed.[3]
Im April 1977 startete die Gruppe in leicht veränderter Besetzung unter dem Namen Johnny and the Self Abusers als Punkband. Nach nur einer Single (Saints and Sinners/Dead Vandals) löste sich die Gruppe im November 1977 wegen interner Querelen wieder auf.[4]
1978 starteten Jim Kerr (Gesang), Charlie Burchill (Gitarre), Brian McGee (Schlagzeug) und Tony Donald (Bass) dann unter dem Namen Simple Minds. Den Namen entlehnte die Band einer Textzeile des David-Bowie-Songs The Jean Genie („He’s So Simple Minded He Can’t Drive His Module“).[5] Im März 1978 stieß der Keyboarder Michael MacNeil zu der Band, im Mai 1978 verließ sie der Bassist Tony Donald. Für Demoaufnahmen nahm die Band den Gitarristen Derek Forbes von der aufgelösten Band Subhumans als Bassisten mit ins Studio. Derek Forbes, der eigentlich als Leadgitarrist weitermachen wollte, wurde während der Arbeit an den Demos die Gitarre gestohlen, und so fragte er die Band, ob er als Bassist bleiben könne.
Somit hatte sich Mitte 1978 die Formation gefunden, die ab 1979 Schallplatten veröffentlichte und den Welterfolg der Simple Minds begründete.[6]
Im November 1978 unterschrieben sie ihren ersten Plattenvertrag bei Bruce Findlay’s Zoom Records.
1979 wurde im Februar mit Life in a Day das erste Album aufgenommen, im März die Single Life in a Day und im April die LP Life in a Day veröffentlicht.
Nach dem ersten Album, dessen Klang noch stark vom Punk beeinflusst war, kamen die beiden nächsten Alben nicht so gut an. Real to Real Cacophony, das zweite Album, veröffentlicht im November 1979, ist eine völlige Abkehr vom Punk und klingt vergleichsweise experimentell. Beim dritten Album Empires and Dance, veröffentlicht im September 1980, versuchte die Band einen eher tanzbaren Sound zu schaffen; der Rhythmus steht klar im Vordergrund. Obwohl die Kritiken positiv waren, verkauften sich die Alben und die Singles schlecht.[7] Die Plattenfirma Arista Records zeigte sich skeptisch und weigerte sich zunächst, die Platte überhaupt zu pressen. Der Ärger ging so weit, dass die Band kurz vor der Trennung stand. Als sich kurz darauf Peter Gabriel als Anhänger der Simple Minds bekannte und diese mit auf Tour nahm, war klar, dass es weitergehen konnte. Diese ersten drei Alben wurden von John Leckie produziert.
Die Simple Minds waren finanziell ziemlich am Ende, als sie im Herbst 1980 mit der Empire And Dance Tour als Vorgruppe von Peter Gabriel auf Europatournee gingen. Die Tournee verschaffte der Gruppe zwar einen Popularitätsschub, der die Frustration über die Plattenfirma jedoch nicht mildern konnte. Man trennte sich Anfang 1981 und Arista willigte ein, den Vertrag zu lösen, wobei die Rechte an den Alben aber bei dem Label blieben. Die Band unterschrieb einen neuen Vertrag bei Virgin Records.[8]
In den folgenden Jahren veröffentlichte die Band mehrere Alben mit stetig wachsendem Erfolg. Ihr Klang veränderte sich in dieser Zeit sehr stark von New Wave hin zu Rock/Pop. Im Frühjahr/Sommer 1981 nahm sie das Album Sons And Fascination und das limitierte Bonusalbum Sister Feelings Call auf. Ein Sampler aus beiden Alben, Sons And Fascination/Sister Feelings Call, kam auf Platz 11 der Hitparade in Großbritannien und hatte Erfolg auf dem internationalen Markt, insbesondere in Kanada und Australien: In beiden Ländern wurde die Single-Auskopplung Love Song zum Top-20-Hit.
Durch den Stress der letzten Tour und die chaotischen Aufnahmebedingungen bei den Alben sah sich Brian McGee im Juli 1981 veranlasst, die Band zu verlassen. Kenny Hyslop wurde für die folgende Sons And Fascination Tour sein Nachfolger am Schlagzeug.[9]
New Gold Dream (81, 82, 83, 84) aus dem Jahre 1982 erreichte dann in den UK-Charts Platz 3. Die Single-Auskopplungen Promised You a Miracle und Glittering Prize wurden ebenfalls Hits, und Jim Kerrs Texte kombiniert mit einem neuen, euphorischen Sound waren an der vordersten Reihe des so genannten „New Optimism“, neben U2 und später Big Country und anderen Bands. Neben Kenny Hyslop spielten auf diesem Album noch Mike Olgetree und Mel Gaynor Schlagzeug, wobei Mel Gaynor dann festes Bandmitglied wurde und mit auf die folgende Tour ging, die das ganze Jahr 1983 umfasste.
Sparkle in the Rain aus dem Jahr 1984 brachte dank des Produzenten Steve Lillywhite einen größeren Sound und das Album auf Platz 1 der UK-Charts. Waterfront, Up on the Catwalk und Speed Your Love to Me wurden Hits. Simple Minds hatten nun eine Fangemeinde, die dafür sorgte, dass ihre Tourneen in Europa, Kanada und Australien gut besucht waren und auf große Begeisterung stießen. In den USA blieben sie eher unbekannt: Anstatt dort als Headliner zu spielen, waren sie im Vorprogramm der Pretenders zu sehen.
1985 gelang den Simple Minds mit der Single Don’t You (Forget About Me) aus dem Film Der Frühstücksclub, die sich zu einem internationalen Erfolg entwickelte, der Durchbruch. Am 18. Mai 1985 erreichte das Lied Platz eins in den US-Single-Charts. Der Bassist Derek Forbes verließ nach den Aufnahmen des Titels die Band und wurde durch John Giblin ersetzt.[10]
Am 13. Juli 1985 traten sie beim Live-Aid-Konzert im John F. Kennedy Stadium in Philadelphia auf.
Im Herbst 1985 folgte das Album Once Upon a Time, auf dem die Band ihr politisches Engagement (vor allem für Amnesty International) in den Vordergrund stellte. Das Album erreichte ebenfalls Platz eins der UK-Charts, die Single-Auskopplungen Alive & Kicking, Sanctify Yourself und All the Things She Said erreichten hohe Positionen in den Charts. Einnahmen der folgenden Once Upon A Time Tour wurden an Amnesty International gespendet.
Mit dem folgenden, live in Paris aufgenommenen, Doppelalbum Live in the City of Light aus dem Jahr 1987 erreichte die Band zum dritten Mal in Folge Platz 1 der UK-Albumcharts. Im schottischen Loch Earn wurde das bandeigene Bonnie Wee Studio eingerichtet.
Am 11. Juni 1988 spielten die Simple Minds auf dem Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert, wofür der Titel Mandela Day komponiert und uraufgeführt wurde. Es folgte ein Auftritt bei der Artists Against Apartheid Rally im Londoner Hyde Park. Mit dem wieder auf Platz eins der UK-Charts platzierten, mit stark politisch gefärbten Texten versehenen, unter Mitwirkung der Geigerin Lisa Germano 1989 erschienenen Album Street Fighting Years waren die Simple Minds auf dem Höhepunkt ihres Erfolges. Mit ihrem Lied Belfast Child über den Nordirlandkonflikt erreichten sie in Großbritannien Platz 1 in den Single-Charts. Wie U2 nutzten sie ihren Erfolg nun immer wieder, um auf soziale Missstände oder politische Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Auf dem gleichen Album veröffentlichten sie eine Coverversion des Liedes Biko von Peter Gabriel, eine Version, die später auf anderen Sammlungen ihrer Musik zu finden war.[11][12] Der Bassist John Giblin wurde durch Malcom Forster von den Pretenders ersetzt.[13] Nach der Street Fighting Years Tour, von der Aufnahmen später auf der DVD Seen The Lights: Live In Verona veröffentlicht wurden, nahm sich Mick MacNeil zunächst eine Pause von der Band, kehrte aber nie mehr zu ihr zurück.
Mit Jim Kerr und Charlie Burchill verblieben nur noch zwei Stammmitglieder in der Band, und in den folgenden Jahren fand ein ständiger Wechsel der weiteren Besetzung statt.
1990 begann mit dem Nelson Mandela Freedom Concert, auf dem Peter John Vettese das erste Mal bei den Simple Minds die Keyboards spielte. Im Herbst wurde das Themes Boxes Projekt mit der Veröffentlichung der Themes Boxes Volume One bis Volume Four gestartet, dann aber erst 2008 mit der Veröffentlichung der Themes Box Volume Five beendet.
Es folgte 1991 mit Real Life ein weiteres erfolgreiches Album, das Platz 2 in den UK-Charts erreichte und aus dem die Singles Let There Be Love, See The Light, Stand by Love und Real Life ausgekoppelt wurden. Der 1992 erschienene Sampler Glittering Prize 81/92 schaffte dann wieder den Sprung auf Platz 1 der UK-Charts. Im selben Jahr verließ Mel Gaynor erst einmal die Band.
Nach dem 1995 veröffentlichten Album Good News from the Next World, mit den Singles She’s a River und Hypnotised, das noch einmal Platz 2 der UK-Charts erreichte, ging die Zeit der Top-Platzierungen für die inzwischen zum Duo geschrumpfte Band zu Ende. Die nachfolgenden Alben erreichten nicht mehr die Popularität der LPs aus den 80er Jahren. Trotz teilweise ausgedehnter Tourneen 1991 und 1995 gelang es nicht mehr, an alte Erfolge anzuknüpfen. Ein erneuter Wechsel der Plattenfirma (von Virgin/EMI zu Chrysalis/EMI) folgte 1996.
1997 traten Jim Kerr und Charlie Burchill das erste Mal bei den Night of the Proms auf, und der Sampler The Promised wurde aus diesem Anlass herausgebracht. Das vergleichsweise „elektronische“ Album Néapolis, für das die Band nur sehr wenig Konzerte gab, folgte 1998. Eine wieder neu zusammengestellte Formation spielte dann 1999 das Album Our Secrets Are the Same ein, das aber erst 2004 als Teil der Silver Box veröffentlicht wurde.
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